|Verehrter Herr Rielke,
Sie beschämen mich – ich habe Ihnen nur zwei Bücher geschickt – und erhalte
von Ihnen zwei Briefe, von denen einer herzlicher und
liebenswürdger ist als der andre. Ihre Flugblätter hab ich noch
nicht; ich find sie wohl in Wien, und freue mich
im voraus. Augenblicklich befind ich mich auf Reisen, war in Salzburg, Innsbruck, wo es
von hier aus hin geht, weiss |ich noch nicht zu sagen.
Ihre Worte über die Beatrice haben mich ganz besonders gefreut. Niemals hab ich mit sosehr danach gesehnt,
etwas von mir wirklich gut gespielt zu sehn. Leider hab ich bis
jetzt nur die schwächliche Breslauer Aufführung erlebt. Wie sich das einzige Theater, das das Stück spielen konnte,
betragen hat, ist Ihnen ja
wahrscheinlich bekannt. Aber Sie wissen ja: ich bin in das Kastl mit der Aufschrift
»Liebelei« hineingerathen; die Kritiker haben
das |nicht gern, wenn die
Taferln gewechselt werden.
Ich hoffe es geht Ihnen so wohl als ichs Ihnen wünsche.
Mit herzlichem Gruss
Ihr aufrichtig ergebner
Arthur Schnitzler
Ihr aufrichtig ergebner
Arthur Schnitzler
4. 7. 1901
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