Felix Salten an Arthur Schnitzler, [30. 7. 1895]

|Lieber Freund! Dank für den Brief. Ich bin hier so auf mich allein gestellt, und durch alle die traurigen Agonie-Stimmungen die ich täglich mitmache, so herabgedrückt, dass ich es noch weit angenehmer empfinde, als Sie, wenn man mir |Briefe schreibt. Dass Freiwild fortschreitet ist recht. Auch dem Götterliebling wär das schon sehr zu wünschen. Möchten doch beide Sachen bis zum Herbste fertig sein. Pusterthal wäre sehr schön, ob wir uns nicht aber doch lieber ruhig in Ischl aufhalten und in den gewissen behaglichen Parthien die Gegend abfahren wollen. Dann |noch Eins. Ich werde sehr gequält nach Rügen zu fahren. E., die in Heringsdorf ist, schreibt rührende Briefe. Vielleicht finde ich mich also dann doch bestimmt so gegen den 27. od. 28. August dahin zu reisen. Aber das wird sich ja alles noch entscheiden, bis ich nach Ischl |komme. Vorerst freue ich mich auf den Montag, oder Sonntag. Ich verständige Sie jedenfalls noch vorher. Für heute sende ich die gewünschten Feuilletons. Auch die für Goldmann bestimmten, welche Sie absenden werden, falls es noch Zeit ist, ja?
Also auf baldiges Wiedersehen, herzlichst
Ihr
Salten.
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