Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 14. 11. 1925

Bad Aussee 14 XI 25.

lieber Arthur

eben kommt ein kleines Buch: eine Erzählung von Ihrer Hand, und ich freue mich äußerst darauf, sie abends zu lesen: ein Vorgefühl (genährt durch Hineinschauen) sagt mir, dass sie an meine besonderen Lieblinge: »Leisenbohg« und »Cassian«, angrenzt.
Arthur, aber haben Sie in Berlin den »Turm« bekommen? Fast kommt mir der Gedanke, dass nicht. Und diese Exemplare einer (vorläufigen) mehr nur Luxusausgabe sind wenige, es täte mir leid, wenn eines verloren wäre. Würden Sie eventuell ans Esplanade ein reclamierendes Wort schreiben? Mir liegt viel daran, diese Arbeit endlich in Ihren Händen zu wissen! – Ich bin, in großer Stille, sehr anhaltend fleissig.
Ihr
Hugo.
    Erwähnte Personen: Hugo von HofmannsthalArthur SchnitzlerErwähnte Werke: Arthur Schnitzler: Die Frau des Richters. Novelle (7. 8. 1925–15. 8. 1925) – Arthur Schnitzler: Das Schicksal des Freiherrn von Leisenbohg. Novellette (1. 7. 1904) – Arthur Schnitzler: Der tapfere Cassian. Puppenspiel in einem Akt (1. 2. 1904) – Hugo von Hofmannsthal: Der Turm. Ein Trauerspiel (1925) — Erwähnte Orte: Bad AusseeWienBerlinHotel Esplanade

    angrenzt] Er schreibt »angränzt«.