Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 14. 12. 1923

Dr Arthur Schnitzler 14. 12. 1923.

lieber Richard,

Beifolgenden Brief möchte ich an die Staatstheaterkasse senden und frage an, ob Sie mitunterschreiben wollen. Anlass zu diesem Briefe bildet, wie Ihnen bekannt, die Differenz zwischen den mir von der Kasse verrechneten Tantièmen und den der Direktion vorgelegten Rapporten. Das darauf bezügliche Blatt lege ich zur Aufklärung bei.
Es ist mit grösster Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass in den Abrechnungen für Ihre Stücke sich ähnliche Unbegreiflichkeiten finden dürften.
Verpflichtung der Staatstheaterkasse ist es natürlich sofort die gewünschten Aufstellungen an uns zu senden, da die Autoren gegenüber der Standpunkt jenes Kassebeamten vis-a-vis Direktor Paulsen, (der zwei differierende Abrechnungen für den gleichen Abend und auf Reklamation die Antwort erhielt, es kümmere ihn doch nicht, ob zwei Millionen mehr oder weniger in der Kasse seien,) kaum haltbar sein dürfte.
Sollte es sich als notwendig erweisen, so möchte ich eventuell, Ihr Einverständnis vorausgesetzt, die Angelegenheit gemeinsam durch meinen Rechtsanwalt (Dr. Norbert Hoffmann) weiterführen lassen.
herzlichst
Ihr
Arthur

Tantièmen »Medardus«.

Saison 1922/23.

Kassenrapporte: Mir verrechnet:
2. IX. 22. 13,492,300
AbQu. IV. 2,941.200
16,433.500 2. IX. 12,651.673
5. IX.. 9,864.000
AbQu. I. 3,108.600
12,972.600 5. IX. 9,309.984
15. IX. k. A. 13,490.200 15. IX. 12,528.478
25. IX.. 12,993.400
AbQu. I. 3,108.600
16,102.000 25. IX. 14,080.584
5. X.. 18,727.600
AbQu. III. 2,629.800
21,357.400 5. X. 18,998.557
27. X.. 19,230.000
AbQu. I. 3,108.600
22,338.600 27. X. 19,675.816
11. XI. Organ. Vorstl. 11. XI. 5,659.273
21. XI. k. A. 20,929.000 21. XI. 19,262.257
9. I. 23. 19,609.000
AbQu. I. 3,108,600
22,717.600 9. I. 20,483.804
9. II. k. A. 27,816.000 9. II. 25,426.640
14. IV.. 39,184.500
AbQu. II. 2,860.200
42,044.700 14. IV. 38,472.245
29. VI.. 39,234.500
AbQu. III. 2,629.800
41,864.300 29. VI. 38,411.890

    Beifolgenden Brief] Beilage nicht erhalten. Den selben Brief (auch ohne erhaltene Beilage) hatte Schnitzler bereits am 10. 12. 1923 an Raoul Auernheimer geschickt.