Stefan Großmann an Arthur Schnitzler, 26. 4. 1922



Erscheint jeden Sonnabend ⋅ Herausgeber: Stefan Großmann
TELEGRAMM-ADRESSE: TAGEBUCH BERLIN ⋅ FERNSPRECHER: AMT LÜTZOW Nr. 4931
SPRECHSTUNDE DER REDAKTION: 12–1 UHR
Gr/Sch
26. April 1922
REDAKTION
Herrn
Dr. Arthur Schnitzler

Verehrter Herr Doktor Schnitzler!

Sie wissen vielleicht, dass ich mich in Wien nie so sehr als Österreicher gefühlt habe, wie ich es in Norddeutschland tue. Das hat mein ganzes Verhältnis zur Heimat wesentlich geändert. Deshalb glaube ich keine Fehlbitte zu tun, wenn ich Ihnen mitteile, dass wir Mitte Mai ein Heft des »Tage-Buch« herausgeben wollen, das ein österreichisches Heft, ein Schnitzlerheft werden soll. Ich habe auch heute dieserhalb an Felix Salten geschrieben, und ich wäre Ihnen zu Dank verpflichtet, wenn Sie mir dafür eine Ihrer ungedruckten Arbeiten, seien es nur Aphorismen oder eine andere ungerecht verschollene Arbeit aus früheren Zeiten, überlassen wollten. Ich sende Ihnen die letzten Nummern des »Tage-Buch«, aus denen Sie ersehen wollen, dass die Zeitschrift die besten deutschen Autoren zu ihren Mitarbeitern hat, sodass sie sich sehen lassen kann.
*Da die Zeit drängt, bitte ich Sie um eine möglichst rasche Antwort und bin
mit herzlichsten Grüssen
Ihr
[hs.:] dankbarer
Stefan Großmann
    Bildrechte © University Library, Cambridge

    Heft] Die Nummer 20 des Tage-Buchs vom 20. 5. 1922 enthält zwar mehrere Beiträge, die sich mit Österreich beschäftigen, aber nur einen kleinen Gruss zum 60. Geburtstag Schnitzlers ([O.V. = Großmann?]: Von der kleinen Liebe, Jg. 3, H. 20, S. 766–767).