Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 16. 7. 1920

Hrn Dr. Richard Beer Hofmann

Wien 16. 7. 1920

lieber Richard,

über den Vorschlag Fischer denk ich wie Sie, daß uns unter den augenblicklichen Verhältnissen kaum was übrig bleiben wird als anzunehmen, ist klar. Gegen all das wird man sich erst wehren können, wenn eine völlige in jeder Hinsicht gewährleistete und gesetzlich geschützte Solidarität der Schriftsteller bestehen wird – und ob nicht sogar dann die Unternehmersolidarität den Sieg davontragen wird, bleibt fraglich. Hugo war gestern bei mir; er ist ungefähr der gleichen Ansicht. Ich bin eben wieder in einer »scharfen« Correspondenz mit Fischer begriffen, wegen meiner »Gesammelten«, ich »reagiere ab« aber sonst kommt nicht viel dabei heraus. –
Unsre Sommerpläne sind noch immer so vag als möglich. Frau Lucy von Jacoby wohnt jetzt bei uns; wahrscheinlich wird Olga mit ihr nach Salzburg oder Bayern fahren, und es ist möglich, dss man sich etwa am 15. August irgendwo trifft. Abtenau (Curhaus) wird in Erwägung gezogen.
Lassen Sie sichs wohl ergehen mein lieber Richard grüßen Sie die Ihren
Von Herzen Ihr
Arthur

    gestern] Siehe A. S.: Tagebuch, 15. 7. 1920