Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 12. 4. 1918



*Herrn Dr. Richard Beer-Hofmann

*Wien, 12. 4. 18
mein lieber Richard, Sie sind wieder zu Hause und ich höre daß es viel besser geht, jedenfalls so gut daß keinerlei Grund mehr zu irgend einer Beunruhigung vorliegt. Ich will Sie weder durch einen telefonischen Anruf, noch gar durch einen Besuch stören und bitte Sie nur mich auf irgend eine Weise wissen zu lassen, wa Sie die Zeit für ein Wiedersehen, Wiedersprechen gekommen erachten. Für heute nur so viel daß wir in diesen schweren Tagen mit all den herzlichen Gefühlen bei Ihnen und Paula waren, die Sie kennen und sehr froh sind den Buben auf dem Wege rascher Besserung zu wissen. Und so hoff ich, sind Sie auch sich selber bald gänzlich zurückgegeben! Seien Sie mit Paula und den Kindern von Olga und mir viele Male und von Herzen gegrüßt
Ihr
Arthur
    Bildrechte © Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale

    viel besser] Gabriel Beer-Hofmann hatte wegen einer schlechten Schulnote am 20. 3. 1918 versucht, sich umzubringen. Vgl. A. S.: Tagebuch, 24. 3. 1918