Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 10. 2. 1915



*10. 2. 15

Lieber Arthur!

Herzlichen Dank für den lieben Brief, der uns Beiden eine große Freude gemacht hat! Meine Frau möchte ſehr gern einmal in Wien Lieder ſingen, Schubert, Hugo Wolf und die Weſendoncklieder am liebſten. Jetzt aber geht das nicht, sie kann hier nicht abkommen von ihrem Spital (ich ſchrieb das Heller geſtern ſchon). Auch bin ich der Meinung, daß es beſſer iſt, dazu eine ſtillere, für Kunſt empfänglichere Zeit abzuwarten. Willſt Du aber nicht ſo lange warten, ſo komm doch her, Du kannſt es bei uns viel ſchöner haben als je in einem Konzert, was doch von vorneherein die ſcheußlichſte Kunstwidrigkeit iſt! Wir würden uns herzlich freuen und ich hätte ja ſo viel mit Dir zu reden, Tage lang!
Grüße Frau Olga in alter herzlicher Verehrung ſchönſtens von mir und kommt wirklich bald einmal! (Aber mit Nachricht ein paar Tage früher, damit ich nicht gerade weg bin, in München oder in den Bergen!)
Herzlichſt
Dein alter
H
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    Spital] Sie arbeitete als freiwillige Pflegehelferin im Salzburger Truppenspital Nonntal.