Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 1[3?]. 6. 1912



*A. S. Wien, 12. 6. 912
Mein lieber Hugo, für Ihren ſchönen Brief, der mir ans Herz gegriffen hat, muß ich Ihnen gleich danken. Zu erwidern hab ich nur mit dem Wunſch, daſs es zwiſchen uns bleibe, wie es war und iſt, was die unzerſtörbare innere Verknüpfg anbelangt – daſs aber die äußern Verknüpfungen ſich etwas *häufiger ergeben ſollten, als bisher. Denn das »Umeinanderwiſſen« iſt zwar ein edles und ſchmackhaftes aber doch ein magers Brod für die Seele. Und um gleich den Anfang zu machen, wir möchten gerne nächſte Woche bei Euch angefahren kommen, in den frühen Abendſtunden; gegen Ende, ich ſchreibe oder telegrafire den Tag am Montag oder Dinſtag, *jetzt mach ich mich eben fertig, um nach Prag zu fahren, wo ich gezyckelt werde. Ich ſoll mir den Eins. Weg vorſpielen laſſen.
Wir grüßen Euch herzlichſt
Ihr
Arthur
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    nächste Woche] siehe A. S.: Tagebuch, 20. 6. 1912

    nach Prag] Nachdem er erst am 13. 6. 1912 im Tagebuch festhält, zu packen und abzureisen, ohnedies nur einen Tag in Prag bleibt und am 15. 6. 1912 bereits retour fährt, dürfte die Datierung Schnitzlers nicht stimmen. Am 14. 6. 1912 wurde Der einsame Weg am Neuen Deutschen Theater aufgeführt. Laut Ankündigung war es der 12. Teil des »Arthur Schnitzler-Zyklus«.