Peter Altenberg an Arthur Schnitzler, [10.? 5. 1912]



*Motto: Schneeglöcklein, läutest den Frühling ein,
Für mich begräbst du den herrlichen Winter.
mit dazugehörigem Hotel Erzherzog Johann.
1025 m Seehöhe. 1025 m Seehöhe.
400 Zimmer und Salons, meist mit Balkons, Gesellschaftsloggien und gemeinsame Terrassen für Freiluft- und Liegekuren in jedem Stockwerke.
Komplette Appartements mit Bad, Dusche und Toilette. Überall elektrisches Licht und Warmwasserheizung, welche in jedem Zimmer genau regulierbar (auch Wohnungen mit Öfen). Hausarzt, Apotheke, Lift. Photographische Dunkelkammer, Automobil-Remise.
Großes Kaffeehaus, luxuriöse Halle, Konversations-, Spiel-, Lese-, Musik- und Damensalons. Feinstes Orchester vom 20. Juni bis 20. September und vom 20. Dezember bis 20. März.
Neben dem Hotel befindet sich das schmucke Semmering-Kirchlein (jeden Tag heilige Messe).
Wintersportplatz und Höhenkurort allerersten Ranges.
Mittelpunkt des hiesigen Wintersports.
Eigene Hochwildjagd, Forellenfischerei, Reitpferde. Fahrräder und Wintersportrequisiten.
Tennis-, Croquet-, Eislauf-, Ski- und Rodelplätze.
Elektrischer Aufzug für Personen und Sportgeräte bei der 4 km langen Rodel- und Bobbahn.
Bade- und Wasserkur unter Leitung bewährter Ärzte. Kohlensäure-, elektrische Dampfbäder, Inhalationen System Dr. Bulling. Hochquellenleitung.
Bester Nachkurort nach Karlsbad, Marienbad, Franzensbad, Teplitz, Abbazia, Meran, Grado, Gastein, Pestyan, Davos usw. Winterkuren.
Kammerlieferant der Kaiserl. Hoheiten Erzh. Franz Ferdinand, Erzh. Karl und Erzh. Stephan.
Sieben zum Hotel gehörige Villen mit Küchen und Herrschaftsstallungen.
Vom Allerhöchsten Hofe und der hohen Aristokratie seit vielen Jahren sehr bevorzugt.
Acht Jahre Sommeraufenthalt des Reichskanzlers Fürsten Bülow.
Franz Panhans, Besitzer und persönlicher Leiter.
Semmering, am  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 
Ich bitte ſehr, es dem Herrn Dr Arthur Schnitzler mitzuteilen, daſs ich noch nie eine ſo feine Novelle geleſen habe wie: »Der Tod *des Junggesellen« in ſeinem neuen Buche: »Masken und Wunder«!
Auch bitte ich um ein Exemplar dieſes Buches gratis.
Ihr
Peter Altenberg
    Bildrechte © University Library, Cambridge

    neuen Buche] Schnitzler hatte am 6. 5. 1912 sein erstes Exemplar in der Hand. Nachdem er im Mai keinen Aufenthalt am Semmering im Tagebuch erwähnt, bietet sich nur die Reise 10.–11. 5. 1912 nach Triest an, auf der er den Semmering passiert und möglicherweise Zwischenstation einlegte.