Stefan Großmann an Arthur Schnitzler, 7. 10. 1907



Wien VI/1.
Poſtſparkaſſen-Konto Nr. 87.544.

Sehr geehrter Herr.

Ich bitte um Entſchuldigung, daſs ich Ihr freundliches Schreiben 2 Tage unerledigt ließ.
Diese 2 Tage wurden jedoch zur Aufnehmung des Vortraglokales benöthigt. Wenn es Ihnen alſo recht iſt, findet die Vorleſung
Mit[t]woch, den 16. Oktober
acht Uhr abends
im Saale des Verbandsheim Wien VI. Königsegggaſſe (neben der Gumpendorferſtraße) statt. Der Saal faſst 500 Personen.
Auch ich würde es für ſehr gut halten, wenn außer *dem »Lieutenant Gustl« eine dialogiſche Arbeit vorgeleſen würde, weil dies als Contraſt zu jenem großen Monl Monolog belebend wirken würde. Leider kann ich beim beſten Willen die Werk Titel nicht entziffern, die Sie angeben.
Es verſteht ſich von ſelbſt, daſs jene Arbeiten die paſſendsten ſind, die mit dem Ideenkreis der Zuhörer durch die ſtärkſten Be Berührungspunkte verbunden ſind.
Und im Übrigen würde ich den Leuten nach der ſcharfen Eindringlichkeit des »Leuitenant Guſtl« eine Erl Weile Lächeln u Lachen gönnen.
Ihre gütige Entſcheidungen erhoffend
ſehr ergeben:
Stefan Großmann
    Bildrechte © University Library, Cambridge

    Lieutenant] Er schreibt: »Leuitenant«.

    Leuitenant] Er schreibt: »Leuitenant«.