Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 29. 9. 1907

29. 9. 07.

Lieber Arthur!

Ich habe, seit ich zurück bin, jeden Tag zu Dir wollen, jeden Tag kam was anderes dazwischen und ich war so gehetzt, dass es leider wirklich nicht gieng. Nun wieder nach Berlin abreisend, kann ich Dir und Deiner lieben Frau nur noch die herzlichsten Grüsse und alle guten Wünsche für den Winter schicken. Ich möchte Dir noch sagen, dass uns im Sommer Dein neues Buch, »Dämmerseelen«, ein sehr lieber Gefährte war, und möchte Dich bitten, Dir von Salten mein neues Stück geben zu lassen und es dann an Richard weiter zu geben; ich habe leider jetzt kein anderes Exemplar frei und wünsche sehr, dass Du den Scherz kennen lernen mögest.
Herzlichst
Dein alter
[hs. Hermann Bahr:] Hermann
    Erwähnte Personen: Lisa ClarusHermann BahrArthur SchnitzlerOlga SchnitzlerAnna Bahr-MildenburgFelix SaltenRichard Beer-HofmannErwähnte Werke: Arthur Schnitzler: Dämmerseelen. Novellen (1907) – Hermann Bahr: Die gelbe Nachtigall (1907) — Erwähnte Orte: WienSemmeringBerlin

    zurück] Ab dem 4. 9. 1907 verbrachte Bahr ein paar Tage am Semmering. Möglicherweise ist das auch auf den Sommerurlaub zu beziehen, von dem er spätestens am 21. 8. 1907 zurückgekehrt war.