Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, [19.? 6. 1904]



*mein lieber Hugo,

unter den jetzigen Witterungsverhältniſſen empfiehlt es ſich jedenfalls, unſern Spaziergang erſt gegen Abend, etwa von 5 ½ Uhr an zu machen, und irgendwo draußen (Salmannsdorf, etc) zu nachtmahlen. Richten Sie ſichs alſo mit Gerty lieber ſo ein, dſs Sie an dem betreffenden Tag nicht mehr nach Rodaun hinausmüſſen. Unſre Gegend (worunter ich Pötzldorf, Neuwaldegg, *Weidlingbach etc kurz alles zwiſchen der alten Tullner Reichſtraße bis zur Donau verſtehe) iſt wirklich wundervoll, ich radle manchmal (zu ſelten) nur in den Wald zwiſchen Pötzleinsdorf u Neuwaldegg und bin immer wieder von neuem entzückt. Schade dſs man nirgends angenehme oder nur mögliche Hotels findet. Ich ſchlage Ihnen den Mittwoch vor, an welchem Tag wir Sie mit Gerty um 5 erwarten. Sind Sie aber *ſchon Vormittag in Wien, ſo wäre es ausnehmend nett, we Sie bei uns ſchon ſpeiſten (gegen ½ 2) – wir ruhen uns da in der Nachmittagshitze aus, und gehen fort, wann’s uns beliebt. Viel liegt in der Zeit, in der man ſich nicht geſehen hat – Sicilien und Holland – was mir beinahe noch wichtiger ſcheint als der kleine Kraus oderder Sie zu früh, und der große Graus, der Sie zu ſpät gepackt hat. –
Auf Wiederſehen. Antwort erbeten.
Herzlichſt
Ihr
A.
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    Mittwoch] Die Datierung des Briefes geht über die inhaltliche Mittelstellung zwischen dem vorangehenden und dem folgenden Brief der Korrespondenz mit Hofmannsthal.