Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 15. 10. 1902

Grand Hôtel Berlin N. W., den . . . . . . . . . . 190
de Rome u. du Nord Unter den Linden 39.
A. Mühling 15. 10
Kgl. Hoflieferant
Fernsprecher: Amt I, No. 4438.

Lieber Arthur!

Herzlichsten Dank! In einer Zeitung las ich: Halm hätte als Dr Mohn Deine Maske gehabt. Wahr ist, daß er einen blonden Vollbart trug, aus lauter Angst, in die Maske Sudermanns zu gerathen. Daß es ganz albern wäre, einem spöttelnden Salon-Kritiker Deine Züge zu geben, brauche ich Dir ja nicht erst zu sagen. Die Leut sind so blöd!
Herzlichst
Dein
Hermann
    Erwähnte Personen: Hermann BahrArthur SchnitzlerAdolph MühlingAlfred HalmKarl StreckerHermann SudermannErwähnte Werke: Hermann Bahr: Wienerinnen (1900) – Karl Strecker: Berliner Theater. Hermann Bahr: »Wienerinnen«. (Eine nicht einwandfreie Kritik) (15. 10. 1902) – Tägliche Rundschau (1881–1933) — Erwähnte Orte: BerlinHotel de RomeUnter den Linden

    Mohn] Figur aus Wienerinnen

    Deine Maske gehabt] nicht nachgewiesen; vielleicht eine Fehlleistung Bahrs zur Rezension von Karl Strecker: »Herr Halm, der auch die Regie führte, gab einen modernen Ästheten mit gedrehter Stirnlocke, einen eitlen Faiseur, seltsamerweise aber in der Maske von Hermann Bahr.« (Berliner Theater. Hermann Bahr: »Wienerinnen«. (Eine nicht einwandfreie Kritik). In: Tägliche Rundschau, Jg. 20, Nr. 483, Morgenblatt, 1. Ausgabe, 15. 10. 1902, S. [2]). Vgl. A. S.: Tagebuch, 18. 10. 1894