Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, [8. 9. 1899]



*mein lieber Arthur

ſeien Sie nicht bös ich hab in meinen Kopfſchmerzen geſtern verſchiedenes in Iſchl liegen laſſen. Bitte ſeien Sie ſo lieb und verſchaffen mirs wieder. Erſtens hab ich in meinem Bett mein Nachthemd liegen laſſen. Bitte vielmals laſſens *Sie mirs durch den Petter ſchicken, als Poſtpacket. Das zweite tut mir aber noch viel mehr leid. Ich hab auf der Bahn durch Schlamperei des Trägers (No 1) mein von Ihnen bewundertes dunkles Schirmfutteral mit einem *ſchönen Schirm von Rodeck und grauem Naturſtock vergeſſen. Bitte vielmals gehen Sie zum Stationschef und Sie werdens gewiſs bekoen. Bitte vielmals ſchicken Sie mir dann das Packet (das ist das wenigſt mühſame für Sie) *in die große Gassner-Villa mit der Weiſung, Gehört Hofmannsthal, ſoll liegen bleiben.
Nicht bös ſein. Ihr
Hugo.
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    gestern] In Schnitzlers Tagebuch ist die Abreise am 7. 9. 1899 vermerkt. Entsprechend ist dieses Korrespondenzstück auf den Folgetag zu datieren.