Arthur Schnitzler an Ludwig Ganghofer, 4. 2. 1899



*Sehr geehrter Herr, mein Telegramm hat Ihnen bereits mitgetheilt, dſs der »grüne Kakadu« (mit einigen Strichen natürlich) am Burgtheater zur Aufführg kommt. Das ſoll zu Anfang März geſchehen. Nun habe ich auch mit Fulda, der eben in Wien iſt, wegen der Berliner Prem. früher geſprochen, und die Zuſage erhalten, daſs der »Kakadu« *Anfang April, ſpäteſtens 10. in Berlin geſpielt werden wird. Ich möchte Sie alſo bitten, das Stück nicht früher zu geben; mir wäre es am liebſten, we Sie es etwa um den 15. April herum herausbringen könnten, ſo daſs ich von Berlin aus zu Ihren Proben reiſen könnte. Eine Aufführg in München vor Berlin wäre mir in Hinblick auf frühere Verabredungen *mit Brahm und Fulda, nicht erwünſcht und ich hoffe, es hat keine Schwierigkeiten für Sie, die Aufführg bis Mitte April hinauszuſchieben.
Iſt ſchon eine Wahl in Hinſicht auf das Stück getroffen, das zum Kakadu gegeben werden ſoll?
In beſondrer Hochſchätzg ergebenſt
DrArthur Schnitzler
Wien, 4. Feber 99.
    Bildrechte © Monacensia, München

    Anfang März] Die Uraufführung fand am 1. 3. 1899 statt.

    Anfang April] Die Premiere am Deutschen Theater fand am 29. 4. 1899 statt.

    Aufführg bis Mitte April] Die Aufführung durch die Münchener Litterarische Gesellschaft fand am Tag der Berliner Premiere, am 29. 4. 1899, im Residenztheater statt.

    Stück] Gegeben wurde es mit Traum eines Frühlingsmorgens von Gabriele D’Annunzio und Mein Fürst von Wilhelm von Scholz.