Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 5. 8. 1898



*Tegernſee 5. 8. 98
Mein lieber Hugo, die Radtour, die wir vorhaben, iſt (ungefähr) BaselBiel bis hinunter zum Genferſee. Ob wir nur am Genferſee bleiben oder da ins italieniſche hinüber fahren, können wir uns an Ort u Stelle überlegen, jedenfalls ſteht die Sache heute ſo, dſs ich nicht nur bis zum 20. Zeit habe, ſondern bis Ende Auguſt mit Ihnen bleiben kann und auch Luſt habe *mich an irgd einen See zu ſetzen. Dazu iſt ja auch Richard vielleicht zu haben, es könnte ſehr ſchön ſein.
Nun zu den Modalitäten unſrer Begegnung. Ich bin am 12. ain München (aus verſchiedenen Gründen muſs ich nach München, u ka nicht nach Innsbruck) und ſchlage Ihnen daher vor: treffen wir uns entweder am 12. *in München oder, was Ihnen wahrſcheinlich bequemer ſein wird, am 13. in Baſel. (Sie führen da direct WienIsbruckBaſel, (München iſt ein kleiner Umweg für Sie)). Ich denke, ſo iſt die Sache am einfachſten. Hier bin ich noch bis Dinſtag; jedenfalls bitte antworten Sie mir gleich. Ob wir uns ſchon in Innsbruck oder erſt *in Baſel treffen, iſt bei dem Weſen unſrer Tour egal.
Hoffentlich hat dieſe Correſpondenz ſchon endgiltige Bedeutung; ich freu mich rieſig auf die Reiſe, u. beſonders, dſs auch meine Zeit verhältnismäßg unbeſchränkt iſt. Alſo nochmals bitte gleich Antwort. Von Herzen Ihr
Arthur
Richard hat Schwarzk. u mir in Salzburg ſein 3. Capitel vorgeleſen. Es iſt außerordentlich.
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    (] In der Handschrift setzt Schnitzler eine eckige Klammer für die öffnende und schließende Klammer innerhalb der Klammer. Auf die Wiedergabe wurde, wegen der möglichen Verwechslungen mit editorischen Zeichen, verzichtet.

    Richard hat Schwarzk. u mir in Salzburg sein 3. Capitel vorgelesen. Es ist außerordentlich.] am unteren Blattrand auf dem Kopf

    vorgelesen] siehe A. S.: Tagebuch, 28. 7. 1898