Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 9. 2. 1897



*An
Herrn Dr Arthur Schnitzler
in Wien

*Dienstag.

lieber Arthur

wollen Sie mir einen großen Gefallen thuen? telephonieren Sie zwiſchen 2 und 4 der Minnie 12140 und fragen Sie irgend etwas gleichgiltiges z. B. Sie hätten gehört, daſs Sonntag die 2te Vorſtellung ſein ſoll, ob es wahr iſt?
und wenn Sie mit ihr ſelbſt ſprechen können und es unauffällig ſich anknüpfen läſst (an das Hereinfahren Freitag abend) fragen Sie ſie, wie es ihr geht und ſchreiben mir das pneumatiſch, bitte! Wenn Sie aber nur für möglich halten, daſs es auffallen oder daſs man den Zuſaenhang errathen könnte, ſo iſt natürlich beſſer Sie laſſen es und ich thue es ſelber. Aber bitte antworten Sie jedenfalls!Ihr
Hugo.
    Bildrechte © University Library, Cambridge

    Gefallen] Hofmannsthal glaubte zu diesem Zeitpunkt, Hermine Benedict wäre in ihn verliebt. Die Klärung der Sache, die auch Schnitzler als dritten, nicht amourös Interessierten involviert, zieht sich bis in den März.

    2te Vorstellung] Privatinszenierung von Hofmannsthals Was die Braut geträumt hat. Ein Gelegenheitsgedicht, die zweite Vorstellung fand am Donnerstag, den 18. 2. 1897 statt.