Georg Brandes an Arthur Schnitzler, 6. 10. 1896

Herrn Dr. Arthur Schnitzler

Kopenhagen 6 Oct

Lieber Herr Schnitzler! Könnten Sie mir nicht ein Bischen zu Hülfe kommen. Mir wird ein Numero der Zeit geschickt, worin als von mir eingesandt ein Bruchstück meines alten Buches über Polen sich findet. Es ist vor 10 Jahren herausgegeben, und die Zeitangaben passen darauf; nun steht es da als von heute stammend. Wenn ich doch wenigstens eine Correctur dieser Sachen sähe! Es wimmelt von Missverständnissen. Die Fehler sind derart dass das dänische Wort Rædsel (horror, horreur, Schrecken) übersetzt ist Räthsel. Ich erfahre, dass kürzlich in Berlin ein Buch mit meinem Namen versehen erschienen ist Aus dem Reiche des Absolutismus (!) Welcher Titel. Es sind wohl meine »Eindrücke aus Rusland«. Es ist mir nicht geschickt worden. Es ist der 9te nicht autorisirte Band von mir in Einem Jahre.
Ihr ergebener
Georg Brandes
    Erwähnte Personen: Georg BrandesArthur SchnitzlerErwähnte Werke: Georg Brandes: Censur in Polen (3. 10. 1896) – Georg Brandes: Polen (1888) – Georg Brandes: Eindrücke aus Russland (1888) — Erwähnte Orte: KopenhagenIII., LandstraßeWienFrankgasseIX., AlsergrundPolenDänemarkBerlinErwähnte Institutionen: Die Zeit. Wiener Wochenschrift