Lou Andreas-Salomé an Arthur Schnitzler, [9. 1. 1896]



*Herrn Dr
Arthur Schnitzler.

*Lieber Herr Dr, glückliche Reiſe und heiteres Wiederſehn! Für den Griensteidl bin ich zu müde, ich ſchlafe ſo ſehr wenig und muß oft früh heraus. Ganz niedergeſchlagen hat mich in dieſen Tagen Hauptmann’s Mißerfolg, er ſelbſt iſt total herunter, nach den Berliner Briefen zu urtheilen. Und gerade jetzt hatte er einen großen Sieg ſo nöthig. Da Halbe ihm zunächſt folgt, wird die Liebelei alſo in den Februar fallen, ſolange kann ich wohl nicht hier bleiben, obſchon ich gern bliebe.
Grüßen Sie in Frankfurt Goldmann’s Schwager.
LouAS.
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    Reise] Die Reise nach Frankfurt fand von 10. 1. bis zum 15. 1. 1896 statt und führte auch nach Köln.

    Mißerfolg] Die Uraufführung von Florian Geyer fand am 4. 1. 1896 im Deutschen Theater in Berlin statt.

    Halbe] Lebenswende hatte am 21. 1. 1896 im Deutschen Theater Uraufführung.

    Februar] Die Berliner Premiere fand am 4. 2. 1896 im Deutschen Theater statt.

    Schwager] Gemeint sein dürfte Goldmanns Onkel, Fedor Mamroth, der bei der Frankfurter Zeitung angestellt war.