Wilhelm Bölsche an Arthur Schnitzler, 17. 9. 1890

Freie Bühne

für modernes Leben.

Herausgegeben von Otto Brahm.

Verlag und Expedition: S. Fischer.
Sprechstunden: Mittwoch und Freitag 12–2 Uhr.
Alle für die Redaction bestimmten Sendungen (Beiträge, Recensions-Exempl.) bitten wir ohne Angabe eines Personennamens an die Redaction der Wochenschrift »Freie BühnBerlin W. Link-Strasse 25 zu addressiren.
Wir ersuchen unsere geehrten Mitarbeiter, jedes Manuscript auf der ersten Seite mit ihrer genauen Adresse zu versehen.

Berlin, den 17. IX. 1890.

W. Link-Straße 25.

Hochgeehrter Herr Doktor!

Ihre dramatische Skizze habe ich mit Interesse gelesen, kann mich aber doch nicht recht mit ihr befreunden. Der Grundgedanke ist originell, aber der Dialog sagt mir nicht zu. Bei breiterer Ausmalung würde man an den Fall glauben, – so grell nicht! Es ist eben eine verzweifelt schwere Sache um solche Skizzen. Doch bitte ich recht sehr, gelegentlich etwas anderes einzusenden.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Wilhelm Bölsche.
    Erwähnte Personen: Wilhelm BölscheArthur SchnitzlerOtto BrahmErwähnte Werke: Freie Bühne für modernes Leben (1890–1891) – Arthur Schnitzler: Aus der Kaffeehausecke (1977) — Erwähnte Orte: BerlinWienLinkstraßeErwähnte Institutionen: S. Fischer Verlag