Arthur Schnitzler an Thomas Mann, 18. 11. 1929

Herrn Thomas Mann

Wien, 18. 11. 924

Mein lieber und verehrter Thomas Mann,

Sie und der Nobelpreis Sie gehören schon lang zusammen – womit ich keineswegs die Bedeutung von Preisen überhaupt überschätzen möchte. Trotzdem freut es Einen – und ich hoffe, auch Sie haben sich gefreut.
Im übrigen glaub ich, dss ich Ihnen weiter nicht viel sagen muss. Sie wissen was Sie der Welt, – Sie wissen auch was mir sind. Ich liebe Ihre Haltung, Ihr Werk, ich liebe Sie. Von meiner Bewunderung spreche ich nicht, – ich finde, hier ist beides, Bewunderung und Liebe eins.
Bleiben Sie der Sie sind, und lange; damit ist auch etwas ausgedrückt, dass Sie immer mehr werden.
Glückwunsch und Gruß, und auf Wiedersehen, hoffentlich.
Ihr
ArthSchnitzler