Arthur Schnitzler an Felix Braun, 28. 5. 1927

Herrn Felix Braun
Schriftsteller

Wien. 28. 5. 927

lieber und verehrter Herr Braun, Sie wissen wohl schon wie sehr mich ich Brief gefreut hat; Herr von Guenther hats Ihnen erzählt, – ich will doch nicht versäumen es schriftlich zu wiederholen. Ihre Bedenken gegenüber dem Schluss versteh ich wohl – nach einem halben Dutzend ganz mislungener hat sich dieser endlich gemeldete als der beste herausgestellt. Freilich ermangelt es allzusehr der Bedeutung, aber jeder andre (der mir einfiel) hatte praetentiös gewirkt.
Schönen Dank auch für den Heraklesroman – ich freu mich sehr, ihn in der nächsten Zeit, vermutlich auf einer Reise, zu lesen. Erhalten Sie mir lieber Felix Braun Ihre Sympathie – sie ist mir ein werthvoller Gewinn und ich erwiedere sie aufs Freundschaftlichste.
Herzlich grüße ich Sie als Ihr ergebner
ArthurSchnitzler
    Heraklesroman]
    Felix Braun: Die Taten des Herakles. Roman. 4. –6., neu durchgesehene Auflage. Leipzig, Wien: F. G. Speidel 1927.