Gabriel Beer-Hofmann an Arthur Schnitzler, 12. 10. 1926

12. Oktober 6

Verehrter, lieber Doktor Schnitzler!

Wie sehr es mir Wunsch und Bedürfnis gewesen wäre, mich von Ihnen zu verabschieden, so war es mir doch schließlich zeitlich unmöglich. Trotz aller Vorbereitungen war meine Abreise doch überstürzt. – Ich hätte Sie, lieber Herr Doktor, wie auch ganz besonders gerne Lily noch einmal gesehen. –
Nach ein paar Tagen Berlin und drei kalten und verregneten Tagen in Hamburg fahre ich morgen mit der ›Thurinigia‹ nach New-York. Zwölf Tage Seefahrt – wie sehr habe ich mir dies – seit fahren – gewünscht und jetzt wird es Erfüllung – wie ein Traum zauberhaft und unglaublich – Ich habe leider nicht die Adresse (Venedig) von Lily. Es ist doch nicht unbescheiden, wenn ich Sie, lieber Herr Doktor bitte, Lily sehr schön und herzlich von mir zu grüssen. Ich will ihr gleich von drüben schreiben. Inzwischen, Ihnen, lieber Doktor Schnitzler und der lieben Lily, alle guten Wünsche für die nächste Zeit
von ganzem Herzen Ihr
Gabriel Beer-Hofmann