Arthur Schnitzler an Georg Brandes, 23. 6. 1924

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Georg Brandes

Wien, 23. 6. 24

Mein lieber und verehrter Freund, vor kurzem erst hab ich Ihren wunderbaren Voltaire mit wahrem Entzücken gelesen und wieder erfreuen Sie mich durch die gütige Übersendg der zwei Bände Ihrer Hauptströmungen, – die, eine theure Jugenderinnerung, mich nun in ihrer neuen Form in den Sommer begleiten sollen, wie der Michel Angelo. Wie werd ich Ihnen immer von neuem, – und wie gern immer wieder Dank schuldig. – Ich bin in den letzten Monaten nicht ganz unthätig gewesen, und hoffe mich für Ihre kostbaren Gaben, in recht bescheidener Weise, bald revanchiren zu dürfen. Ich hoffe liebster und verehrtester Georg Brandes, Sie befinden sich wohl. Lassen Sie mich auch darüber ein Wort vernehmen; ich schreibe demnächst mehr. In Freundschaft u. Bewunderung stets der Ihre
Arthur Schnitzler
    neuen Form]
    Georg Brandes: Hauptströmungen der Literatur des 19. Jahrhunderts. Vom Verfasser neu bearbeitete endgültige Ausgabe. Berlin: Erich Reiss .