Hugo Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 20. 4. 1919



*Rodaun, Osterſonntag 19.

mein lieber Arthur

grüß Sie Gott. Wie gehts Ihnen denn immer?
Ich bin ſchon ſeit 3 Wochen krank, muſs jetzt liegen wegen einer Rippenfellreizung. Sie waren ja auch in dieſem Winter einmal recht krank u. ich hab es gar nicht gewuſst!
Ich bitte Sie Arthur, wegen dieſer Autorenorganiſation, daſs Sie eventuell den Leuten von mir ſagen, daſs ich krank bin, und dann autoriſiere ich Sie, alles was Ihnen zu *beſchließen oder wozu zuzuſtien Ihnen richtig erſcheint, dies auch in meinem Namen zu tun.
Ich wundere mich nur wie man eine ſpecielle Organiſation in Oeſterreich ſchaffen will, da wir doch alle an dem deutſchen geſaten Bühnenweſen beteiligt ſind, – aber ſei dem wie immer.
In alter Liebe
Ihr
Hugo.
PS. Alles Gute an Olga. Wie ſchön war man früher oft zuſaen. Im Bett liegend, genieße ich manches Freundliche in der Erinnerung.
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    einmal recht krank]
    Siehe A. S.: Tagebuch, 20. 1. 1919