Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 24. 8. 1918

Dr. Arthur Schnitzler Wien, 24. 8. 18
lieber Hermann, ein begabter junger Componist, Musikdirector, (mein Sohn studirt Harmonielehre u. Clarinette bei ihm) hat deine Pantomime vom braven Mann in einer mir sehr interessant erscheinenden Weise vertont und möchte nicht nur deine nachträgliche Autorisation erbitten sondern hegt den begreiflichen Wunsch, dir die Sache einmal vorzuspielen. Vielleicht bist du so gütig und gibst dem jungen Künstler (sein Name ist Arthur Johannes Scholz – Gelegenheit dazu, wenn du dich, was ja (– wenn die Zeitungsnachrichten stimmen) nun öfters der Fall sein dürfte, für ein paar Tage in Wien aufhältst?
Wie lang hab ich dich nun schon nicht gesehn und gesprochen. Nun wirds hoffentlich nicht mehr so lange dauern wie seit dem letzten Mal!
Sei herzlichst gegrüßt von Deinem alten
Art
    Zeitungsnachrichten]
    Ab 18. 8. 1918 wurde mehrfach gemeldet, Bahr gehe nicht als Direktor, sondern als künstlerischer Beirat für ein Jahr ans Burgtheater. Die offizielle Bestätigung erfolgte erst nach diesem Brief.