Thomas Mann an Arthur Schnitzler, 27. 8. 1917



*Bad Tölz den 27. VIII. 17.

Verehrter Herr Doctor:

Der Verlag überſandte mir in Ihrem gütigen Auftrage den »Doktor Gräsler«. Von Herzen danke ich Ihnen für die koſtbare Gabe, die echteſter Arthur Schnitzler iſt, anmutsvoll wie je eine frühere und bei aller Weichheit und Süßigkeit doch wieder dies irgendwie dies ſtrenge Lebensgefühl vermittelnd – ich werde nie aufhören, das zu bewundern.
Mein oeffentliches Verſtummen iſt Ihnen *möglicherweiſe aufgefallen. Ich war nicht imſtand, meine Schuhe weiter zu machen. Seit Jahr und Tag ſchreibe ich an einer Art von Buch, ×es ſind Betrachtungen, politiſch-antipolitiſch, zeit- und ſelbſtkritiſch, kurz, eigentlich uferlos, aber nun doch leidlich eingedämmt, und bis zum Spätherbſt darf ich hoffen, es abſorbiert zu haben. Als Motto verdiente es den Satz: »Mais que diable allait-il faire dans cette galère?« und doch mußte es ſein.
Mit den verbindlichſten Grüßen bin ich, verehrter Herr Doctor
Ihr
Thomas Mann.
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    Mais que diable allait-il faire dans cette galère?]
    frz. Was zum Teufel hatte er auf diesem Schiff zu suchen? (Molière: Les Fourberies de Scapin, II,6).