Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, [5. 2. 1917]

Montag

mein lieber Arthur

heute abend ist es leider nicht gegangen, weil Gerty mit den Kindern zur Wiesenthal geht und ich etwas mit Andrian sprechen muss, der immer erst von 9h abends an frei ist.
Euer Herkommen Mittwoch ist ein lieber Gedanke, aber so weit sind wir noch nicht. Es ist ja noch längst keine Wohnung, die Handwerker liefern nichts, und ich habe auch, unter immer neuen Sorgen u. Verdüsterungen, gar nicht den Kopf, die Leute zu drängen.
Es scheint jetzt dass ich erst Ende der Woche abreisen kann, so könnten wir Mittwoch Abends zu Euch kommen: Voraussetzung ein wirklich der Situation gemäßes Nachtmahl, Brot bringen wir mit.
Passt es Euch nicht, bitten wir um Absage morgen Dienstag vormittags an 229.
Ihr
Hugo.
    keine Wohnung]
    Gemeint ist die Wohnung in der Stallburggasse 2, die sie sich herrichteten.
    Mittwoch]
    Vgl. A. S.: Tagebuch, 7. 2. 1917