Hugo von Hofmannsthal an Arthur Schnitzler, 31. 3. [1915]

31. III

mein lieber Arthur

ich bitte Sie, sagen Sie mir den Namen eines Ihres Erachtens guten Nervenarztes (Psychiaters) mit dem ich vertrauensvoll über meine wirklich absurden Nerven sprechen könnte. – Zugleich müßte es aber jemand sein, der auch für’s Militär eine Autorität wäre, womöglich selbst im Dienste, so dass sein Gutachten eventuell zur Anbahnung eines längeren Krankheitsurlaubes bei einer (sehr wohlwollenden) Militärstelle dienen könnte.
Wenn es endlich jemand wäre mit dem Sie oder Julius in irgendwelcher Beziehung sind wäre es umso besser, doch ist dies minder wichtig. Bitte sprechen Sie allenfalls mit Julius und schreiben mir den Namen möglichst bald express nach Rodaun.
Papa hat sich mit Ihrem Besuch so sehr gefreut. Vielleicht wiederholen Sie ihn noch einmal! Es wäre sehr lieb.
Erwähnen Sie in dem Brief doch bitte auch ob Ihr über Ostern hier seid.
Ihr
Hugo.
    Besuch]
    Am 16. 3. 1915; Schnitzler wiederholte ihn am 1. 4. 1915, was als impliziter Hinweis genommen werden kann, dass er diesen Brief zu dem Zeitpunkt bereits erhalten hatte.