Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 9. 2. 1915

Dr. Arthur Schnitzler 9. 2. 915
lieber Hermann, der Buchhändler Heller theilt mir mit daſs er deiner verehrten Gattin geſchrieben, ob ſie hier nicht zu einem wohlthätigen Zwecke Schubert Lieder ſingen möchte – und da ich daraufhin mich begreiflicherweiſe äußerte: das möcht ich gern hören, – bittet er mich, als dieſen Wunſch, dieſe Sehnſucht (ich theile ſie wahrſcheinlich mit vielen) dir direct zu übermitteln. Das thu ich – in der Empfindung etwas unbeſcheiden – aber doch deiner Nachſicht gewiſs zu sein. Im übrigen wär es, auch abgeſehn von den Schubert Liedern, die deine Frau ſo herrlich ſingen ſoll, ſchön, we man ſich wieder einmal ſehen und ſprechen köte – in dieſer – Zeit, für die das Adjectiv doch erſt gefunden werden müſſte!
Von Herzen mit Grüßen von Haus zu Haus
dein
Arthur
geschrieben]
Am 6. 2. 1915, TMW, AM 27957 BaM.
wohlthätigen Zwecke]
Vgl. A. S.: Tagebuch, 13. 12. 1915.