Peter Altenberg an Arthur Schnitzler, [19.? 4. 1913]



*20. 4. 1913
Liebster bester Dr. Arthur Schnitzler, ich wende mich nun, in meiner tiefsten Lebens-Noth an Sie, den Dichter vor allem, den Menschen!
Hilfe, Hilfe! Erbarmen! Gnade! Ich muss meine süsse unentbehrliche Freiheit haben, ich muss! Da gibt es kein Zögern, keine Bedenken, kein Paktieren! Jede Verzögerung ist Mord an meinem *dadurch allein verzweifelnden Gehirne! Sprechen Sie nicht mit den hiesigen Aerzten! Ich muss meine volle bedingungslose ganze Freiheit haben. Man muss sie mir sofort geben! Hilfe, Erbarmen, Gnade!
Ihr durch einen feig-stupiden Bruder Eingekerkerten
P. A.
    Bildrechte © Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar
    20. 4. 1913]
    Die Datierung der Abschrift dürfte falsch sein und dieser Brief unmittelbar vor dem Besuch Schnitzlers in der Psychiatrie am 20. 4. anzusiedeln sein. Umgekehrt datiert die Abschrift einen Brief, der nach dem Besuch abgefasst sein muss, mit 19.. Folglich wird eine Verwechslung angenommen und dieser Brief auf 19., der andere auf 20. datiert.