Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 7. 12. 1912



Salzburg, 7. 12. 12

Lieber Arthur!

Ich war ſechs Wochen unterwegs, jeden Abend in einer anderen Stadt auf dem »Brettl«, ſo komm ich nun hier erſt dazu, Deinen lieben Brief zu beantworten. An Altenberg kann ich mich nicht beteiligen. Ich tu nach meinem Gefühl genug für andere, für anonyme Armut, die mich braucht und ohne mich ſich keinen Rat wüßte, während der Betrag, den ich dem guten Peter geben könnte, für ihn nichts bedeuten würde und er tauſendfach Gelegenheit hat, ſich ihn zu beſchaffen. Misverſteh mich ſ××nicht: ich ſchätze Altenberg als Dichter ſehr, aber als »Armen« gar nicht, auf dieſem Gebiet leiſten andere viel mehr.
Ich freue mich ſehr über alle Deine Erfolge und habe das gute Gefühl, daß Du nun »in Fülle« haſt, was Du Dir je gewünſcht. Möge es Dir ſo bleiben! Und auch Deiner lieben Frau und den Kindern wünſch ich immer alles Beſte!
Mit den ſchönſten Grüßen von uns Beiden
Dein alter
Hermann
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