Arthur Schnitzler an Georg Brandes, 20. 11. 1912

20. 11. 1912.

Lieber und verehrter Herr Brandes.

Da ich leider nicht weiss, wo Sie abgestiegen sind, sende ich Ihnen diesen Brief in die Urania. Ich frage vor allem bei Ihnen an, ob Sie uns das Vergnügen machen wollen am Freitag Abend gegen acht bei uns zu essen. Es wäre sehr liebenswürdig von Ihnen mir gleich nach Empfang dieser Zeilen pneumatisch eine zusagende Antwort zu senden. Morgen Abend, Donnerstag, werde ich Ihnen nach Ihrer Vorlesung endlich wieder die Hand drücken können. Seien Sie willkommen in Wien und herzliche Grüsse.
Ihr sehr ergebener
ArthurSchnitzler
Samstag Abend fahre ich nach Berlin zu den Proben meines neuen Stückes. Sollten Sie den Freitag Abend schon vergeben haben, so schenken Sie uns den Freitag Mittag gegen ½ 2.
Herrn Georg Brandes, Wien.
Erfahre eben Ihre Adresse – schicke also den Brief ans Continental.
    Vorlesung]
    In seinem zweiten Vortrag sprach er am 21. 11. 1912 um ½ 8 im Volksbildungshaus Urania über »Goethe und die Zeitalter«. Am Vortrag hatte er bereits über »Jeanne d’Arc« gesprochen, die dritte und letzte Vorlesung war Strindberg gewidmet.
    die Hand drücken]
    Vgl. A. S.: Tagebuch, 21. 11. 1912