Richard Dehmel an Arthur Schnitzler, 14. 8. 1912

Blankenese b.Hamburg, 14. 8. 1912

Lieber Herr Schnitzler!

Professor Köster schreibt mir, dass Sie ihm Ihre Unterschrift zu dem anhängenden Aufruf nicht geschickt haben. Ich kann mir nicht denken, dass Sie es mit Absicht unterlassen haben. Es ist doch tatsächlich ein blödsinniger Unfug, dass soviel schönes Geld an Stümper verplempert wird, während sich tüchtige Leute als Schuldenmacher durchschinden müssen und dabei Zeit und Arbeitslust einbüssen. Ich meine, da muss Jeder, auf den die öffentliche Meinung hört, seinen Namen hergeben, um diese faule Wirtschaft endlich ändern zu helfen. Bitte schreiben Sie mir gleich eine zusagende Zeile eh Sie’s wieder vergessen!
Mit einem sehr ergebenen Gruss
Ihr
Dehmel.