Stefan Großmann an Arthur Schnitzler, [7.] 2. 1911

STEFAN GROHSMANN WIEN, 11. Februar 1911

Sehr verehrter Herr.

Verzeihen Sie, dass ich Ihre werthvolle Zeit für zwei Minuten mit einer Klatschgeschichte in Anspruch nehmen muss.
Ein junger Literat (von Talent) Herr Ehrenstein erzählt verschiedenen Leuten, u. A. auch dem Fackelkraus, Sie hätten ihm »bestätigt«, dass ich meine Macht als Kritiker zu erotischen Erpressungen an Schauspielerinnen ausgenutzt hätte.
Ich weiß wohl, dass derlei Klatschgeschichten zu dem Koth gehören, der jeden Schnell-Schreibenden befleckt, aber ich bitte Sie doch um eine Silbe darüber, dass Sie eine solche »Bestätigung« nicht gaben, wie Sie sie ja auch nicht geben konnten.
Verzeihen Sie die lästige Behelligung!! Wäre Ihr Name in der dummen Geschichte nicht eitel genannt worden, hätte ich sie nicht beachtet.
Mit aufrichtigster Hochschätzung:
Stefan Großmann