Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 16. 9. 1908

16. 9. 08

Lieber Richard, gestern hab ich auf dem Umweg über Aussee – wo es Dr. Rudi Kaufmann der Agnes Speyer erzählt hat, vernommen, dass man Paula von der überstandenen Krankheit überhaupt nichts mehr ansieht – so darf man also hoffen, dass alle Jammergründe verschwunden sind. Ihre Karte, aus Seis nachgeschickt, fand ich vorgestern Montag früh bei unsrer Ankunft aus München vor. Haben Sie unsere Karte aus Martino bekommen? – Wir sind mit dem Auto – einem Postauto, also keinem Nachkastl von Bozen hin und wieder zurückgefahren. In München war das interessanteste, was wir gesehen haben, die Faust Inscenirung von Erler im Künstlerischen Theater. Auch das Zwischenspiel hab ich erlebt, im Residenztheater, aber es ist mir schon besser. Von meinem Roman kommt eben die 14.-20. Auflage. Ich werde trotzdem nicht irre an ihm . . . Angefangen habe ich manches in Seis; darüber mündlich. Wann kommen Sie – ? Ich schicke den Brief an Ihre Wiener Adresse, da Sie schon am 15. Venedig verlassen. Ich wünsche von Herzen .. ebenso wie Olga .. nun Sie wissen es Beide. Grüßen Sie auch die Kinder.
Ihr
Arthur.