Thomas Mann an Arthur Schnitzler, 7. 8. 1908



*Tölz den 7. August 1908

Verehrter Herr Doctor:

Ich ſchreibe Ihnen nochmals unter Ihrer Wiener Adreſſe, weil es mir vollkommen unmöglich iſt, die ländliche zu entziffern, – woran wohl noch mehr als Ihre Handſchrift meine mangelhaften geographiſchen Kenntnisse ſchuld ſind.
Ich habe nichts dagegen, daß Sie *»Wälſungenblut« Waſſermann zu leſen geben, geſetzt, daß er noch bei Ihnen iſt. Sagen Sie ihm aber, bitte, daß ich ſie Ihnen der Sache wegen und im Hinblick auf den »Weg ins Freie« geſchickt habe. Er könnte ſich ſonſt gekränkt fühlen. Daß die Novelle weiter kurſiert, möchte ich Sie bitten zu verhindern.
Mit den verbindlichſten Grüßen bin ich, verehrter Herr Doctor, Ihr ergebener
Thomas Mann.
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