Arthur Schnitzler an Richard Beer-Hofmann, 25. 8. 1907

Welsb.-Waldbr. 25. 8 907

Lieber Richard,

wir fahren morgen 26. von hier fort. (Heini direct nach Wien.) Olga und ich (höchstwahrscheinlich) Waidbruck, übernachten. Dann durchs Grödner Thal, Grödnerjoch, CorvaraArabbaPordojVigoKarerseeBozen. Manches zu Fuss, manches zu Wagen; Modificationen nicht ausgeschlossen. Höchstwahrscheinlich Samstag oder Sonntag sind wir in Bozen, wollen aber von dort direct nach Meran weiter, um dort, in dem uns lebhaft empfohlenen parkumgebenen Palasthotel etwa 8 Tage zu bleiben. Dann wohl (vielleicht mit Aufenthalt in Bozen (Mendel) – Innsbruck (Theoderich) – Salzburg (Salzburg)) nach Wien. –
Ein Telegramm Donnerstag Karersee post rest. hat Chance uns zu erreichen. Vielleicht entschließen Sie sich auch zu Meran. Gardasee werden wir diesmal (diesmal . . . !) wohl nicht mitnehmen. In dem Karerseetelegr. vermerken Sie vielleicht, wenns geht, wo Sie Samstag und Sonntag telegr. zu erreichen sind. –
Goldmann ist mit Mutter in Gossensass verblieben, wie er mir auf mündl. Weg ausrichten liess. –
Leben Sie wohl, seien Sie alle gegrüßt und lassen Sie mich hoffen, dass wir einander bald Wiedersehen.
Herzlichst Ihr
A.
    Theoderich]
    Die Statue Theoderichs des Großen von Peter Vischer (dem Älteren) in der Innsbrucker Hofkirche spielt in Schnitzlers Erzählung Dämmerseele eine zentrale Rolle.