Albert Ehrenstein an Arthur Schnitzler, 30. 11. 1906

Wien, den 30. Nov. 06

Sehr geehrter Herr Doktor.

Ihre außerordentliche Geduld, sehr geehrter Herr Doktor, hoffe ich nicht auf eine allzuharte Probe gestellt zu haben, wenn ich höflichst bitte, meine etwas dilettantische Übertragung des euripideischen Librettos einiger Lektüre zu unterziehen. Sollte dies aber doch der Fall sein, so möchte ich Euer Hochwohlgeboren ergebenst ersuchen, beachten zu wollen, daß ich nicht daran denke, die Arbeit etwa in dieser Form irgendwie bekannt zu machen, sondern falls sich überhaupt das Sujet zu einer Veröffentlichung eignen sollte, würde ich von den 2000 Versen des Euripides und meiner Übersetzung etwa 1000 weglassen, die vier Akte in zwei oder einen zusammenziehen, was mir bei der Fülle entbehrlicher Chorlieder, bei dem Überflusse an Wiederholungen und unnützen Längen des Dialoges nicht schwer fiele. Indem ich Sie, sehr verehrter Herr Doktor, bitte, mir diese Arbeit nicht übelzunehmen, verbleibe ich hochachtungsvoll
Ihr Sie verehrender
Albert Ehrenstein.
    Librettos]
    Die Bearbeitung von Helena ist nicht erhalten.