Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, [24. 8. 1904]



*lieber Hugo, we es irgend möglich iſt, ſo werden wir am 3. bereit ſein – jedenfalls wird es Gerty 3–4 Tage früher wiſſen. Wir wollen jedenfalls einige Zeit in Iſchl bleiben; ja unſre eigentliche Abſicht war, uns dort in Ruhe niederzulaſſen und von dort hie u da auszufliegen. Die Hotels an den Salzk.gutſeen ſind mir ſoweit ich ſie kenne, zuwider, und ich denke, wir werden uns ev. auf Salz*burg einigen? Ich denke ja, Gerty bleibt auch ein paar Tage bei ihrer Mama in Iſchl, und Sie holen ſie mindeſtens ab? Oder ſind in Iſchl, wenn ſie ankommt? Oder kommen aus Auſſee auf ein paar Stunden herüber, bei welcher Gelegenheit man weiteres beſprechen könnte? – Außer Iſchl hatten wir auch Salegg (bei Waidbruck) in *Erwägung gezogen, wegen der, von Olga u mir ſehr erſehnten (mäßigen) Höhe und Stille. Salegg hätte dann auch den Vortheil, we der Herbſt mit Macht hereinbricht, daſs man Bozen, Meran ganz nahe hat. –
Worauf ich einigermaßen rechne ſindiſt aber ganz beſonders irgend eine kleine Radtour, die wir, Sie und ich, machen könnten, ſo von 2–3 Tagen, oder 2 kleinere, *in welchem Betracht ich denie ego- u olgaiſtiſche Hoffnung nicht unterdrücken kann, daſs während dieſer Zeit Olga u Gerty zuſaen ſind oder uns gar auf hohem Einſpänner vorausraſen?
– Aber all dies eignet ſich zu mündlicher Verſtändigg; für heute möcht ich nur wiſſen, wann ich Sie in Iſchl ſprechen werde, den Fall geſetzt, daſs wir am 3. MNachmittag dortſelbſt eintreffen
*Noch eines; Gerty wird ja wahrſcheinlich in Wien zu thun haben; es wäre ſehr hübſch von ihr, we sie, wann es ihr beliebt bei uns ſpeiſen wollte; wir bitten um eine vorherige telegr. Verſtändigung. –
Mir ginge es ganz gut, we ich nicht einen etwas hartnäckigen Bronchialkatarrh hätte; der übrigens vielleicht noch in meinen Septemberplänen eine kleine Rolle wird ſpielen müſſen. –
*Und Richard? – Wird er zu bewegen ſein, nach Iſchl oder Salzburg? zu koen? Jedenfalls möcht ich ihn ſehn – ſein Stück hören. –
Herzliche Grüße.
Ihr
A.
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