Franz Blei an Arthur Schnitzler, 4. 1. 1904



Verehrter Herr Doktor,

meine unvorhergesehene frühe Abreise von Wien liess es nicht dazu kommen, dass ich Sie, wie ich so gern gethan hätte, besuchte. Was mir sehr leid thut.
Heute schreibt mir Miss Johnson, Oxford, dass Ihr englischer Verleger »distinctly shady« sei, was sie in Ihrem wie in ihrem Interesse bedauert. Doch lässt sie sich dadurch nicht abhalten, die angefangene Übertragung des »Grünen Kakadu« *zu beenden, aus Freude an der Sache, denn ihr Honorar sei eine leere Versprechung. Ich berichte damit nur was die Dame schreibt und kann meinerseits nur sagen, dass sie soweit ich sie kenne, recht haben wird wenn sie den Verleger nicht reputable findet. Für die Zukunft möchte ich Ihnen Heinemann, den ich persönlich und als einen sehr noblen Geschäftsmann *kenne[, anempfehlen]. Wenn Sie Miss Johnson die Übersetzung Ihrer Novellen anvertrauen, werden Sie dazu in W. Heinemann einen in jeder Beziehung vortrefflichen Verleger haben, sowohl was Reputation als Ausstattung als besonders Honorar betrifft.
Mit bestem Gruss
Ihr ganz ergebener
Dr Franz Blei
4. 1. 1904
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