Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 3. 10. 1902

Wien, 3. 10. 902

lieber Hermann, zu einem einmaligen Beitrag, der natürlich die Höhe einer Monatsrate überschreiten und gelegentlich auch wiederholt werden könnte, bin ich gern bereit – zur Auszahlung einer monatlichen noch so kleinen Rente wünsche ich mich nicht zu verpflichten.
Da man über meine Vermögensverhältnisse, die allerdings niemanden angehen, sonderbare Ansichten zu hegen scheint, die mir manchmal unbequem werden, bitte ich dich, die freundliche Briefschreiberin zu belehren, dass mein Einkommen aus meinem »Vermögen« zwischen 7 und 800 Gulden jährlich schwankt und ich im übrigen auf den Ertrag meiner Feder angewiesen bin. (Und dir ist es ja wohl bekannt, dass ich nicht für mich allein zu sorgen habe.)
Herzlichen Gruss, und auf sehr baldiges Wiedersehen.
Dein
Arthur Sch
    nicht für mich allein zu sorgen]
    Am 9. 8. 1902 war der Sohn Heinrich auf die Welt gekommen.