Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 18. 10. 1900

Baden b/W. 18. 10. 900
lieber Hermann, deine Sympathie für die Beatrice freut mich herzlich. Vielen Dank für die lieben Worte, in denen du mirs gesagt hast. Wenn du erlaubst, bring ich dir das Mscrpt der Novelle nächstens, vielleicht Mitte oder Ende nächster Woche, bis ich wieder in Wien bin. Mit besonderem Vergnügen habe ich den Franzl gelesen, besonders den ersten, dritten und vierten Akt. Aber manchem werden gewiss die beiden andern Akte mit dem vielen Gemüth noch besser gefallen. Es ist eine köstliche Lebendigkeit in den Bauernburschen wie in den Hofräthen, der Himmel über dem ganzen echt oesterreichisch – nur die Gestirne kommen mir zu weilen ein bissel »Theater« vor.
Auf Wiedersehen.
Herzlichst dein
Arth Sch.
18. 10. 900.