Arthur Schnitzler an Georg Brandes, 11. 2. 1900

Wien, 11. 2. 1900.

Verehrtester Herr Brandes, Sie haben dieser Tage ein kleines Novellenbuch von Felix Salten zugeschickt erhalten. Der Verfasser (den Sie bei mir einmal sahn) wäre natürlich sehr froh, wenn Sie Zeit fänden, sein Buch gelegentlich zu lesen, und auch ich bitte Sie darum.
Von mir hören Sie bald mehr, bei Gelegenheit einer Dialogsammlung, die ich nur drucken, aber nicht erscheinen lasse, da die Menschheit zu sittlich ist, um es zu dulden.
Ich sehne das Frühjahr herbei; der Winter ist für mich wie ein Gefängnis. Warum ich nicht in den Süden fliehe? Das hat allerlei Gründe – vielleicht auch gar keinen rechten. Ihre Gesundheit hoff ich ist jetzt vollkommen gefestigt. Von Herzen Ihr
ArthurSchnitzler
    einmal sahn]
    am 28. 1. 1898