Richard Beer-Hofmann an Arthur Schnitzler, 14. 7. 1899

Seeboden 14/VII 99

Lieber Arthur! Das »Vielleicht« konnte sich doch selbstverständlich nur auf die gemeinschaftliche Tour beziehen. Ich wünsche – aber das ist ja selbstverständlich, – ich hoffe mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% daß wir in den letzten Julitagen eine gemeinschaftliche Tour machen können. Vielleicht daß wir von hier aus am 25 oder 26 über die Tauern nach Salzburg gehen – dort 2 Tage bleiben (1 Tag davon muß ich nach Ischl oder Aussee) dann nach Bayreuth am 31 und von dort München Innsbruck Franzensfeste (– eventuell begleite ich Sie nach Bozen) zurück. Vorher möchte ich Sie gewiß gerne hier oder in Millstatt haben. Meine ganze Reserve im Ausdruck darin nur aus der Nervosität Pläne zu machen, und aus der zweiten Nervosität ob ich bis zu Ihrer Ankunft fertig sein werde. Ihre Adresse in Velden haben Sie mir noch nicht angegeben. Von Herzen
Ihr
Richard
Bitte sagen Sie Schwarzkopf daß ich zu verstimmt war um ihm zu schreiben – ich weiß schon, er wird sagen: »u wenn er nicht verstimmt ist schreibt er?« Aber ich lasse ihn herzlich grüßen und ich würde mich mehr – als er glaubt – freuen wenn er hieher käme.
– Ich habe geschrieben »verstimmt war«. Diese Vergangenheit ist unberechtigt.