Richard Beer-Hofmann an Arthur Schnitzler, 3. 7. 1898

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Lieber Arthur! Brief, Cigaretten, Tasche erhalten, – danke sehr.
Im August werden wir uns hoffentlich treffen, nur wird sich das Nähere voraussichtlich erst im August feststellen lassen. Mirjam und Paula hab ich Ihren Traum erzählt; man dankt. Der zudringliche Mime hat mir richtig von Ebensee aus eine Ansichtskarte mit Grüßen gesandt – Ein Viech! – Ich arbeite, aber nicht genug – leider schlaf ich auch nur täglich von ½ 11 bis 2–3 Uhr nachts. Zu wenig. Ich erhalte soeben die N. Fr. Presse von heute – (Sonntag 3/VII). Lese darin die Inhaltsangabe der »Wiener Rundschau« und werde nervös. Wenn Sie die Inhaltsangabe lesen werden Sie ahnen warum: Verfolgungswahn? – Schicken Sie mir jedenfalls gleich – bitte – die betreffende Nummer (Nr. 16).
Ich habe eben nur die Empfindung daß von dieser Seite etwas gegen mich vorbereitet wird. Wenn möglich lachen Sie mich aus – hoffentlich ist Grund dazu – zum Auslachen.
Ihre Stücke? Wie heißen sie? Kakadu und – –?
Herzlichst Ihr
Richard