Richard Beer-Hofmann an Arthur Schnitzler, 21. 4. 1897

Wien 21/IV
½ 12 Nachts
im Caffée.

Lieber Arthur!

Ich hab heute Ihren Brief bekommen. Ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der sich so sehr schämt sich einzugestehn daß er sich wolfühlt. No ja – es geht Ihnen eben gut; sagen Sie »Unberufen« und gestehen Sie es sich ein.
Hier nichts Neues; nur Zaccone – ein Schauspieler den ich von Rom aus kannte. Ein ganz Großer. »Techniker« schreien die Leute die nicht einmal Technik haben
Ich arbeite. Salten ist seit Tagen ich weiß nicht wo mit ich weiß nicht wem. Georg Hirschfeld unsichtbar. Schreiben Sie bald den verheißenen »wirklichen Brief«. Ich grüße von Herzen Paul; er soll aus der Tatsache daß ich Ihnen schreibe keine Folgerungen für mein schreibfaules Verhältniß zu ihm ableiten. Herzlichst
Richard