Alfred Polgar an Arthur Schnitzler, 6. 6. [1896?]

Hochverehrter Herr Doctor,

Verzeihen Sie, Herr Doctor, daß ich Sie abermals mit meinen privaten Angelegenheiten belästige und Sie dringendst bitte, den Passus Ihres Briefes an Dr Ludassy, der von meinem Urlaub handelt, zu streichen, ev. ein paar neue Zeilen über meinen Gesundheitszustand zu schreiben.
Es ist ganz zweifellos, daß mein Chef den Hinweis auf einen Urlaub als von mir inspirirt ansehen wird und das könnte die Aversion, die er in letzter Zeit gegen mich zu haben scheint, in’s Unheilbare steigern.
Ich bitte recht sehr, Herr Doctor, mir die neuerliche Belästigung nicht übel nehmen zu wollen und zeichne mit aufrichtigstem Dank
hochachtungsvoll erg.
Alfred Pollak.
6/VI.
    6/VI.]
    Die Datierung des Jahres beruht auf dem unsicher gelesenen Zusatz »96« durch Schnitzler. Zusätzliche Argumente für die Datierung in der Zeit liefern der Eintrag im Tagebuch Schnitzlers vom 10. 11. 1905, in dem er seine Bekanntschaft mit Polgar Revue passieren lässt, sowie der Umstand, dass die Unterschrift auf den späteren nom de plume verzichtet.