Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 7. 11. 1893

Lieber Freund,

hier ist also etwas, was sich möglicherweise als Eingangsfeuilleton eignet. Ich habe ihm vorläufig keinen Namen gegeben – eventuell könnte man das Ding »Abendspaziergang« heißen. Vortheilhaft erscheint mir, dass in den vier Freunden Typen angedeutet sind, die sich vielleicht weiterhin für die Reihe noch irgendwie werden verwenden lassen. –
Ich schicke Ihnen da gleich auch eine andre kleine Geschichte mit, die, wenn sie nicht am Ende zu »frivol« ist, ganz ohne Praetension gelegentlich unter den Skizzen gebracht werden könnte.
Ich hoffe Ihnen nun aber bald was vernünftiges schicken zu können. Schließlich werde ich doch wohl auch das Feuilleton schreiben lernen – vorläufig fehlt mir noch manches dazu.
– Mit herzlichen Grüßen
Ihr sehr ergebner
Arthur Schnitzler
Wien, 7. November 93.
    Abendspaziergang]
    Am Vortag hatte Schnitzler den Text vollendet, am 15. 11. liest er ihn Beer-Hofmann und Hofmannsthal vor, »der viel getadelt wurde«. Am selben Tag korrigierte er ihn noch (A. S.: Tagebuch, 15. 11. 1893). Am 6. 12. erscheint der Text als Spaziergang.
    Geschichte]
    Eventuell Die Braut.